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Winzer
Gemeinschaft macht stark
„Bei uns geht es um die Equipe“, freut sich José Martinez, „ich bin hier eigentlich kein Direktor, sondern ich leite nur unsere Mannschaft.“
Die Caves de Bailly, ganz im Norden des Burgunds und nur eineinhalb Autostunden von Paris entfernt, sind aber nicht nur deshalb eine ungewöhnliche Genossenschaft, weil sich die Menschen, die dort arbeiten, gut verstehen; ihre 80 Mitglieder haben einen Sonderfall geschaffen. Alle 80 sind nämlich gestandene und unabhängige Winzer in den Dörfern Saint-Bris-le-Vineux, Chitry le Fort, Irancy und Coulanges-la-Vineuse. Jeder von ihnen keltert dort seine Weine selbst, die zum größten Teil zur regionalen Appellation Bourgogne gehören.
Warum dann aber eine gemeinsame Kellerei? „Hauptsächlich für den Crémant de Bourgogne“, erläutert ihr Präsident Roger Delaloge, ein drahtiger und humorvoller Senior-Winzer in der Rotweingemeinde Irancy. „Alle Mitglieder liefern einen Teil ihrer Trauben an die Caves de Bailly. Damit können wir einen zusätzlichen Weintyp anbieten und haben ein zweites Standbein.“
In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lebten die Bauern der vier Dörfer in erster Linie von den knackigen Kirschen, die in Paris ein Verkaufsschlager waren. Eher nebenbei kümmerten sie sich um ihre Weinberge. Aber sie profitierten von einem lukrativen Nebengeschäft, sie lieferten Grundweine an die deutsche Sektindustrie. Als Ende der 60er Jahre plötzlich eine Absatzkrise eintrat, brach dieser Markt zusammen. „Dann machen wir den Schaumwein eben selbst“, entschieden sie und gründeten 1972 ihre Kellerei. Damals brachte das Engagement der Winzer von Bailly dem Crémant de Bourgogne die Appellation ein. Seither sind sie sein führender Erzeuger und wurden Dutzende Male für die hohe Qualität ihrer Schaumweine ausgezeichnet.





















