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Weißweine aus Frankreich


2011 SAINT-PEYRE Picpoul de Pinet
Appellation Coteaux du Languedoc Contrôlée
Preis:
5,90 €    (7,87 € / Liter)
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
2011 SAINT-PEYRE Picpoul de Pinet

Coteaux du Languedoc

Das Languedoc lieferte von der Mitte des 19. Jahrhunderts an per Eisenbahn Unmengen an billigen Weinen in die aufkommenden Industriegebiete Nordfrankreichs, wo zur täglichen Kalorienration der Arbeiter zwei, drei oder mehr Liter niedrigprozentigen Rotweins gehörten.

Ein Jahrhundert später geriet das mit 400.000 Hektar größte Weinanbaugebiet der Welt in eine gravierende Krise, denn der allgemeine Lebensstil hatte sich grundlegend gewandelt. Eine völlige Umstrukturierung setzte ein. Über ein Viertel seiner Reben musste weichen und nur die besten Lagen wurden unter den erteilten Appellationen wie Fitou, Corbières, Limoux, Cabardès, Minervois, Faugères, Saint-Chinian, Clairette du Languedoc und Coteaux du Languedoc anerkannt.  
Die zuletzt genannte AOC, die von Narbonne bis Nîmes und vom Mittelmeer bis an die Montagne Noire und die Cevennen reicht, umfasst heute 9.000 Hektar Weinberge, die sich auf 168 Gemeinden verteilen. Ihre gemeinsamen Nenner sind eine Weingeschichte, die mehr als 2.000 Jahre zurückreicht, ein Klima, das in reichlichem Maß von Sonne, Wind und relativer Trockenheit bestimmt wird, karge Böden und ein Quartett dominierender roter Rebsorten, das aus Syrah, Grenache, Mourvèdre und – mit abnehmender Tendenz – Carignan besteht. Innerhalb dieser übergreifenden Appellation beanspruchten ein Dutzend Terroirs das Recht, ihren Namen aufs Etikett zu setzen, aufgrund der – oft historisch verbrieften – Eigenständigkeit ihrer Rotweine. Dies sind Cabrières, La Méjanelle, Montpeyroux,  Quatourze, Saint-Christol, Saint-Drézéry, Saint Georges d'Orques, Saint-Saturnin et Vérargues.

Die Ausnahme macht darunter Picpoul de Pinet mit seinem charaktervollen Weißwein, das demnächst eine eigene AOC erhalten dürfte. Inzwischen haben sich die Teilgebiete La Clape, Grès de Montpellier, Terrasses du Larzac und Pic Saint Loup bereits – auch durch restriktivere Produktionsbestimmungen – eine höhere Anerkennung erworben, während sich die Teilgebiete Terrasses de Béziers, Pézenas und Terres de Sommières darum noch bemühen.

Picpoul de Pinet
 
Ist es für einen Weißwein ein Kompliment, wenn Hühner ihn picken? So suggeriert nämlich der Name Picpoul.

Das scheint eher nicht der Fall. Denn die Sorte Picpoul, einst an der Rhône, in der Camargue und in Katalonien verbreitet, ist dort überall vom Aussterben bedroht. Nur im Dreieck Sète, Agde und Pézenas behauptet sie sich. Doch nicht nur das.  Hier erreicht sie Spitzenqualität und besitzt sogar eine eigene Appellation im Rahmen der Coteaux du Languedoc.

Die Piquepoul, wie man sie früher schrieb, geht bis auf die Anfänge des Weinbaus im Languedoc zurück und wurde seither am Ufer des Etang de Thau angepflanzt. Obwohl es auch die Varianten Gris und Noir gibt, setzte sich die Picpoul Blanc durch. Sie treibt spät aus und entwickelt eine stark verästelte Traube mit kleinen, ovalen, sich leicht lösenden Beeren. Früher schüttelte man sie einfach von den Rebstöcken.

Die vom Mittelmeer zwischen Juni und September oft ins Land dringenden Dunstschwaden tragen positiv zu ihrer Qualität und spät erfolgenden Reife bei, indem sie die Tagestemperaturen mildern, für Kühle in der Nacht sorgen und die nötige Feuchtigkeit liefern. Das Picpoul-Anbaugebiet, das bald zur eigenen Appellation erhoben werden dürfte, erstreckt sich über die Gemeinden von Pinet, Pomérols, Mèze, Florensac, Castelnau de Guers, und Montagnac, wo insgesamt 1.300 Hektar in Ertrag stehen. Es teilt sich in zwei unterschiedliche Zonen auf. Die eigentliche Wiege dieses bekanntesten Weißweins des Languedoc befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Lagunensees von Thau und wird „La Marine“ genannt. Sie ist stark dem Einfluss des Mittelmeers ausgesetzt und bei ihren Böden handelt es sich um kalkreiche Schwemmböden. Die zweite Zone, die sich bei Castelnau und Montagnac erstreckt, ist heißer, steiniger und weniger dem Meereseinfluss unterworfen. Hier wechseln sich Wildheide, Pinienhaine und Weinberge ab.

Der Picpoul de Pinet hat in den letzten Jahren viel von moderner Kellereitechnik, insbesondere sanfterer Kelterung und Kontrolle der Gärtemperatur profitiert und dadurch an aromatischem Ausdruck gewonnen. Seine Qualität beruht auf der feinen Säure und seiner Struktur, die dem Salz und den Jodnoten von Austern und Miesmuscheln  bestens widersteht. 
 

 

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