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Das nördliche Burgund
Im Département Yonne, im Norden des Burgunds und bei der regionalen Kapitale Auxerre ist Chablis die wichtigste und bekannteste Appellation, aber bei weitem nicht die einzige. Hier findet sich eine Anzahl an Weinspezialitäten, die von Kennern wegen ihrer Qualität und der günstigen Preise geschätzt werden.
Bereits auf halbem Wege zwischen Paris und Beaune beginnt die Bourgogne und besitzt eines ihrer berühmtesten Weißweingebiete, das Chablisien. Über 20 Gemeinden erstrecken sich dessen Weinberge mit inzwischen über 4.700 bestockten Hektaren. Wie zu Stein gewordene Kommas sehen sie aus, die winzigen, kaum einen Zentimeter großen, zu Fossilien erstarrten Austern der Gattung Exogyra virgula. Dicht an dicht sind sie im typischen Chablis-Boden zusammengepresst. Das geschah während des Erdzeitalters Jura, als Myriaden dieser Mini-Austern das Pariser Becken, an dessen südlichem Rand Chablis liegt, ausfüllten. Im Westen reicht diese enorme Senke bis zur englischen Grafschaft Dorset und dem Dorf Kimmeridge, das dem vorzüglichen Kalkmergel seinen Namen gab. Ihm – dem Kimmeridgien – kommt im wahrsten Sinne des Wortes tiefgründige Bedeutung zu. Er verleiht dem Chablis seinen einmalig mineralischen Charakter.
Das Anbaugebiet ist in vier verschiedene Appellationen unterteilt. Die Spitze bilden 102 Hektar Chablis Grand Cru – in sieben Einzellagen unterteilt – auf einem Südhang gegenüber dem Städtchen Chablis. Dann folgen 774 Hektar Premiers Crus mit insgesamt 69 verschiedenen Lagennamen; sie liegen auf besonders gut ausgerichteten Hängen im Tal des Serein und seinen Nebentälern und zählen administrativ zur AOC Chablis. Das breite Fundament bilden 3.156 Hektar der Kommunalen Appellation Chablis, an der Chablis und alle anderen 19 Dörfer Anteil haben, während für den Einstieg 729 Hektar des einfacheren Petit Chablis aus weniger edlen Lagen, vor allem im nördlicheren Teil des Anbaugebiets, sorgen. Alle vier Appellationen basieren ausschließlich auf der Sorte Chardonnay, die in Chablis ein ideales Terroir gefunden hat, um ausgewogene, mineralische, langlebige Weine hervorzubringen.
Die meisten Weinberge des Auxerrois zählen zur regionalen Appellation Bourgogne. Nur Irancy wurde bislang für seinen Rotwein mit einer eigenen Appellation ausgezeichnet und Saint-Bris für seinen aus Sauvignon gekelterten Weißwein. Für die anderen Weine gilt übergreifend die Herkunftsbezeichnung Bourgognes Côtes d’Auxerre, aber gern setzen die Winzer auf ihre aus Chardonnay, Aligoté oder Pinot Noir erzeugten Weine den Namen ihrer Gemeinde, was ihnen in Chitry, Coulanges-la-Vineuse, Epineuil, Joigny, Tonnere und Vézelay erlaubt wurde – eine Vorstufe der eigenen AOC. Dazu zählt auch das nördlich von Auxerre gelegene Terroir Bourgogne Côtes-Saint-Jacques. Außerdem ist die Region für sehr guten Crémant-de-Bourgogne bekannt, dessen Haupterzeuger Bailly-Lapierre in Saint-Bris-la-Vineuse ist.



















