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Die Champagne und die Vallée de la Marne
Der Champagner behauptet sich trotz aller Konkurrenz nicht nur als der angesehenste aller Schaumweine, sondern auch als der Luxuswein schlechthin, der überall dort seinen Platz hat, wo man einen besonderen Anlass feiern möchte.
Erst ab Mitte des 17. Jahrhunderts begann der Wein der Champagne seine Perlen häufiger zu bilden und als Schaumwein bekannt zu werden. So gewann er Anhänger bei Hof und von anderem Adel, doch erst 200 Jahre später gelang es, seine Produktion wirklich zu meistern und so zu vergrößern, dass er die Welt zu erobern vermochte.
Die Qualität des Champagners beruht auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zum einen auf den Eigenschaften seiner Heimatregion, zum anderen auf dem Know-how bestehen, mit dem er hergestellt wird. Die Champagne entstand durch das Absinken des Pariser Beckens, als sich die Alpen auffalteten. Dadurch bildete sich zwischen Paris und Troyes einerseits und Reims andererseits eine sanft gewellte Landschaft mit typischen Hügelrücken, die nach Osten hin kürzer und abrupter, nach Westen hin länger und sanfter verlaufen. Die Hänge bieten den Reben an der Grenze ihrer Wachstumszone eine gute Sonneneinstrahlung, während die Kreide, der vorherrschende Bodentyp, sie durch ihre hervorragenden Drainage-Eigenschaften vor einem Übermaß an Feuchtigkeit bewahrt. Außerdem konnten in den enormen Kreideschichten der Champagne leicht Keller ausgehoben werden, die sich als ideal für die Flaschenreife der Weine erwiesen haben.
In dem außerordentlich aufgesplitterten Anbaugebiet, das 1927 definitiv begrenzt wurde, dürfen seit 1935 nur drei Sorten für Champagner verwandt werden: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, die jede ihr Hauptanbaugebiet in den vier großen Regionen der Champagne gefunden haben:
In der Montagne de Reims dominiert Pinot Noir, an der Côte de Blancs und der Côte de Sézanne, die bisweilen als zwei Regionen angesehen werden, herrscht die Chardonnay vor, In der Vallée de la Marne hat die Pinot Meunier ihre Hochburg, während die sich anschließende Côte des Bar wiederum von Pinot Noir bestimmt wird.
Die Kunst des Champagners bestand und besteht vor allem darin, aus Trauben unterschiedlicher Sorten, Herkünfte und Jahrgänge Grundweine von ganz bestimmtem Charakter zu mischen, die den immer gleichbleibenden Stil einer Cuvée garantieren. Darauf basiert das Ansehen der Marken der verschiedenen Champagner-Häuser, aber auch der Ruf der Champagne im Allgemeinen, die selbst zu einer – mit Vehemenz verteidigten – internationalen Marke geworden ist. Nur in Sonderfällen und vor allem von den unabhängigen Récoltant Manipulants, den selbst abfüllenden Winzern, werden einzelne Lagen herausgestellt.
La Vallée de la Marne
Die Anbauregion Vallée de la Marne reicht von Nanteuil-sur-Marne im Südwesten bis Mareuil-sur-Ay im Nordosten des Marnetals, wo auf den Hängen zu beiden Seiten des Flusses Weinberge angelegt sind. Ihr Klima ist kontinental mit deutlichem Einfluss des Atlantiks, die Durchschnittstemperatur liegt bei 10 °C und die jährliche Regenmenge bei 675 mm. Der Fluss selbst spielt eine vorrangige Rolle bei der Mäßigung des Klimas in diesem Talabschnitt. Ganz im Osten mit der berühmten Grand-Cru-Gemeinde Ay dominiert die Kreide, die bis nach Châtillon-sur-Marne den Boden bestimmt. Deshalb pflanzten die Winzer dort vorrangig Pinot Noir an. Es kommt hinzu, dass die Hänge des rechten Ufers besser auf die Sonne ausgerichtet und somit wärmer sind, was der Pinot Noir entgegenkommt. Auf den anderen nicht als Cru klassifizierten Lagen der Anbauregion enthalten die Böden vor allem Ton und Mergel, auf denen vorwiegend die Sorte Pinot Meunier gedeiht. Wegen ihrer Blätter, die wie mit Mehl bestäubt aussehen, hat man diese Burgunder-Variante Müllerrebe getauft. Sie ist robuster als die Pinot Noir, treibt vor allem später aus und ist deshalb auf den kälteren Lagen der Vallée de la Marne weniger frostgefährdet. Ihr Vorzug besteht in der intensiven Frucht, die sie besitzt, und ihrer angenehmen Rundheit, ihr Nachteil in einem geringeren Alterungspotenzial. Sie ist die meistverbreitete der drei Champagner-Sorten und ein wesentlicher Bestandteil in vielen Cuvées. La Vallée de la Marne hat sich insbesondere einen Namen durch ihre ausgezeichneten, selbst abfüllenden Winzer gemacht.


















