Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Touraine
Zu beiden Seiten der Loire hat sich zwischen ihrer Quelle im Zentralmassiv und ihrer Mündung in den Atlantik eine Vielzahl von Weingebieten entwickelt, die ein außerordentlich vielseitiges Spektrum an Weinarten und Weinstilen bieten. Von ihren sieben Hauptbereichen stellt Anjou-Saumur mit gut 17.000 Hektaren die größte Fläche vor dem Pays Nantais mit dem Muscadet und der Touraine.
„Schande über den, der meine freudvolle Touraine mit ihren Tälern, in denen Wein und Wasser strömen, nicht bewundert“, ereiferte sich Honoré de Balzac. Gerne stimmen wir ihm zu, denn die Touraine bietet eine Palette äußerst reizvoller Weine, die insgesamt auf gut 14.000 Hektar gedeihen. Von Kennern werden die Appellationen Vouvray und Montlouis hoch geschätzt, in denen man aus Chenin insbesondere in großen Jahren herausragende, dann oft edelsüße Weine keltert. Einen ausgezeichneten Ruf genießen ebenso die Rotwein-Appellation Bourgueil, Saint-Nicolas de Bourgeuil und Chinon, in denen einige der besten Cabernet-Franc-Weine entstehen und in den Tuffsteinkellern sich über Jahrzehnte zu verfeinern mögen.
Die regionale Appellation Touraine, die gut 5.400 Hektar umfasst, erstreckt sich über 104 Gemeinden von Indre-et-Loire und 42 Gemeinden von Loir-et-Cher, wobei der größte Teil des Weinbaugebietes zwischen Loire und Cher südöstlich von Tours auf den Hügeln, die den Cher überragen, liegt. Rotwein führt mit 45 Prozent vor Weißwein mit 40 Prozent, Schaumwein mit 8 Prozent und Rosé mit 7 Prozent. Beliebteste rote Sorte ist die Gamay (60 Prozent), reinsortig für leichte, fruchtbetonte Weine genutzt oder in der Assemblage mit den Cabernets und dem Cot für etwas strukturiertere und komplexere Rotweine. Sauvignon hat sich an die Spitze der weißen Sorten gesetzt (80 Prozent), mit weitem Abstand gefolgt von Chenin und Chardonnay. Einige Gemeinden haben sich aufgrund der Qualität ihrer Weine eine eigene Appellation erworben. Dies sind Touraine-Amboise, Touraine-Azay-le-Rideau und Touraine-Mesland sowie die Rosé-Spezialität Touraine Noble-Joué.
Weitere Appellationen der Touraine sind die zur Sarthe gehörenden Coteaux du Loir und die für charaktervolle Weißweine bekannte AOC Jasnières. Auf den besonderen Böden der Sologne, die aus Sand über Tonuntergrund bestehen, gedeihen in der AOC Cheverny vor allem feinfruchtige Rote aus Gamay und Pinot Noir sowie feine, aromatische Weiße aus Sauvignon, oft mit etwas Chardonnay abgerundet. Cour-Cheverny ist Weißweinen aus der seltenen Sorte Romorantin vorbehalten. Valençay besitzt sogar zwei Appellationen: eine für seine Weine, die andere für seinen pyramidenförmigen Ziegenkäse. Zwei andere Gebiete vor den Toren Orléans sind noch als VDQS deklariert: Orléans und Orléans-Cléry.
Mit Ausnahme der oben erwähnten renommierten Appellationen geht der Erfolg der Weine der Touraine auf ihren leichten, aromatischen Stil zurück, für den bei den Weißen der Sauvignon sorgt und bei den Roten der Gamay. Es sind Weine, die, jung genossen, am meisten Freude bereiten.



















