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Winzer
Die Bourgogne
Das Burgund ist eine der faszinierendsten Weinregionen der Welt. Dafür ist zunächst seine Geologie verantwortlich. Im Burgund regiert das Kalkgestein, mit starker Dominanz in Chablis, wo es dem Chardonnay seinen einmalig nervigen und mineralischen Charakter verleiht, im Gemisch mit Lehm und Mergel an der berühmten Côte d’Or.
Dort brachen von den höher gelegenen Hochplateaus aus Jura-Kalkgestein immer wieder Schichten an ihrem Rand ab und bildeten zum Saônetal hin Hänge mit einer Fülle von Bodenvariationen auf kleinstem Raum. Weiter gegen Süden in der Côte Chalonnaise und dem Mâconnais tritt die Bedeutung des Kalks oft zurück durch höhere Anteile von Lehm und Sand.
Dass aber Burgund zu einem Mythos in der Weinwelt geworden ist, hat es den Mönchen zu verdanken, genauer gesagt den Zisterziensern. Sie förderten nicht nur den Weinbau, sie erkannten frühzeitig, dass unterschiedliche Lagen sich im Wein in Variationen der Aromen und unterschiedlichem Charakter ausdrücken. Bei Weinbergen, die besondere Qualität lieferten, gingen sie dazu über, sie durch eine Mauer von den Nachbarlagen abzugrenzen, was man im Burgund „clos“ nennt, während sie die einzelnen Lagen als „climat“ bezeichneten. Nach dem von Philippe le Hardi 1395 erlassenen Verbot des Gamay standen ihnen beim Rotwein praktisch nur Pinot Noir, beim Weißwein vorwiegend Chardonnay zur Verfügung: zwei hervorragende Rebsorten, die Unterschiede des Terroirs besonders deutlich widerspiegeln. Daraus entwickelten die Mönche eine strikte Klassifizierung, die sich als Pyramide darstellt. Deren Boden bilden die regionalen Appellationen, eine erste Etage die kommunalen Appellationen, über denen die Premiers Crus situiert sind, während die Spitze von den Grands Crus gebildet wird, die nur zwei Prozent der gesamten Produktion ausmachen.
Diese auf das Terroir bezogene Sichtweise der Zisterzienser wurde zur Basis des heutigen französischen Appellationssystems, das wiederum vergleichbare Klassierungen in anderen Ländern beeinflusst hat und weiterhin – heute in der Neuen Welt – beeinflusst.


















