Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Ein Fest für die Sinne
„Dieser Rosé ist Spitze“, sagt Alain Maurel selbstbewusst und hebt sogleich an, uns in die „Geheimnisse“ seines frisch-fruchtigen Sommerweins einzuweihen. „Um Rosé zu erhalten, greifen wir auf zwei Methoden zurück: Keltern der roten Trauben von Grenache und Merlot sowie Extraktion des Mostes bei der Maischegärung von Syrah und Cabernet Sauvignon. Der Rosé-Most folgt anschließend den gleichen Schritten von Klärung und Gärung wie der des Weißweins“.
Was so simpel klingt, ist das Ergebnis einer langen Tüftelei, denn der Perfektionist Maurel wollte seinem Rosé zu einem Mehr an Frucht, Frische, Rundheit und Eleganz verhelfen, als die üblichen Roséweine seiner Heimatregion Aude in der Regel aufweisen. Zum einen kam ihm die Besonderheit der Appellation Cabardès entgegen, in der sowohl die Spitzensorten des Bordelais wie die des Midi zugelassen sind. Zum anderen vertraute er nicht nur auf die im Languedoc übliche Technik der „Saignée“, des Abblutens, wie man den Abzug des Mostes von den eingemaischten Trauben nennt, sondern ließ sich von den Provenzalen inspirieren, die für ihre berühmten Rosés die Trauben sofort in die Presse füllen. Wie bei der modernen Weißweinbereitung führt er darin eine „Maceration pelliculaire“ durch, wobei die Trauben einige Stunden lang im eigenen Most mazerieren. Dabei geht eine gehörige Portion Aromen in diesen über, bevor pneumatisch gepresst, der Most vorgeklärt, Hefe zugesetzt und der Wein bei 18 ºC im Zeitlupentempo vergoren wird.
Alain Maurel zieht es zudem vor, die Sorten getrennt zu vinifizieren. So kann er Cabernet und Syrah bis zu 36 Stunden bei niedriger Temperatur auf der Maische stehen lassen und im Anschluss den Rosé nach seinem Gusto komponieren. Ihm kommt es auf den violetten Schimmer des Rosétons ebenso an wie auf die höchst intensiven Aromen roter Beeren, auf die anregende, lebendige Frische am Gaumen ebenso wie auf die angenehme Rundheit und schöne Länge. So gelingt ihm ein köstlicher Sommerwein, der auch eingefleischten Rotweinfreunden schmecken dürfte.




















