Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Der gar nicht primitive Primitivo
Dank des kalifornischen Zinfandel, dem er verwandt ist, haben Winzer und Weinmacher begonnen, den apulischen Primitivo mit anderen Augen zu sehen und gewinnen ihm völlig neue Reize ab. Lange Zeit wurde die früh reifende, deshalb Primitivo genannte Sorte in ihrer Heimat Apulien nur geschätzt, weil ihre Trauben besonders hohen Zuckergehalt entwickelten. Die daraus resultierenden, entsprechend alkoholischen Weine fanden vorwiegend als Fassware Absatz, um in Norditalien schwachbrüstige Rote aufzupeppen, während in Apulien lieber Negroamaro getrunken wurde.
Erste Vermutungen, dass Zinfandel und Primitivo ein- und dieselbe Rebsorte sein könnten, tauchten in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auf. Sie reichten noch nicht aus, dem Primitivo auf die Sprünge zu helfen. Das aufgrund herausragender, gut alternder Rotweine zunehmende Image des Zinfandel weckte vor zwanzig Jahren mehr und mehr Interesse an seinem süditalienischen Pendant. Doch erst der von der Önologie-Professorin Carole Meredith 1999 an der University of California in Davis erbrachte Beweis sorgte dafür, dass sich Winzer und Kellereien in Apulien auf den Primitivo konzentrierten. Allerdings, so fand die Professorin heraus, ist nicht Apulien die Heimat der Rebsorte. Seit viel längerer Zeit wurde sie in Kroatien kultiviert, auch wenn ihr genauer Ursprung im Dunkeln bleibt.
Dass der Primitivo inzwischen als vollfruchtiger, warmer, samtiger und vielschichtiger Rotwein begeisterte Anhänger findet, ist nicht zuletzt der Cantina di San Marzano und Farnese Vini zu verdanken.



















