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Winzer
In aller Munde
Wie kommt es, dass von zwei Weinen, die vieles verbindet, der eine buchstäblich in aller Munde ist, während der andere nur eine kleine Zahl von Spezialisten begeistert? Dabei kann man in Vergleichsverkostungen immer wieder erleben, dass Sancerre von seinem Pendant Pouilly Fumé kaum zu unterscheiden ist und letzterer meistens besser abschneidet.
Gemeinsamkeiten zwischen Sancerre und Pouilly Fumé gibt es viele. Beide werden unter ähnlichen klimatischen Bedingungen aus Sauvignon gekeltert und sind unmittelbare geographische Nachbarn, die nur vom Laufe der Loire getrennt werden.
Der Pouilly Fumé ist wohl der einzige Wein, in dessen Namen gleich eine Geschmacks- und Geruchsbeschreibung enthalten ist. Fumé, rauchig soll er sein. Damit ist gemeint, dass er einen pikanten Geruch haben soll, in dem manch einer den Geruch von Feuerstein entdeckt haben will. Der Ausdruck "fumé" kommt ursprünglich allerdings von dem grauen, rauchartigen Belag, der sich auf den Beeren der Sauvignon-Traube im Herbst bildet. Wahr ist, dass die 600 Hektar Pouilly Fumé auf ganz besonders kieselhaltigen Böden ("Silex") wachsen und der Wein - gemessen am Sancerre - in der Regel deutlich fülliger ausfällt. Und der Pouilly Fumé ist - einmal in der Flasche - reifungsfähiger als der Sancerre. Das alles soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Pouilly Fumé von der Anlage her dem Sancerre wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint. Ein wunderbar herber und erfrischender Weißer mit einem sagenhaften Spargel-, Stachelbeer-, Johannisbeer- und Holunderaroma. Das passt zu Seezunge in Weißwein, zu Austern, zum Ziegenkäse, z.B. einem Grottin de Chavignol, zu Kalbsragout mit Pilzen oder zu hellem Fleisch.



















