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Winzer
Vorwitziger Riesling
Das Spannende an den Elsässer Weinen besteht darin, dass sie zwar auf deutschen Rebsorten basieren, aber im Stil unleugbar französisch sind, was der Riesling Steinweg aus Ingersheim bestens vorführt. Sehr französisch ist im Elsass auch das Lagenbewusstsein. Nicht von ungefähr gibt es dort 51 anerkannte Grands Crus, aber auch eine ganze Anzahl an lieux-dits, an Flurnamen, die ihren eigenen Charakter behaupten. Einer davon ist der Steinweg, ein Gebiet in der Ebene zwischen Colmar und Ingersheim, wo der Boden mit Steinen übersät und stark drainierend ist. Da Colmar die zweittrockenste Stadt Frankreichs ist und das Klima eher ans Mittelmeer erinnert als an nördliche Breiten, reifen die dort gepflanzten Reben ausgesprochen früh. Und das Erstaunliche: dem Riesling behagt dieses Terroir. Auch wenn er hier schnell und voll ausreift, behält er – im Unterschied zu allen anderen Rebsorten – eine saftige Säure. Sie verleiht ihm sympathische Leichtigkeit und Eleganz!
Noch bevor das grüne Licht zur Lese gegeben und der „ban des vendanges“ aufgehoben wird, rücken die Winzer mit ihren Lesehelfern aus. Pierre Sibille, Önologe des Winzervereins, überprüft bei der Anlieferung die Güte der Trauben genau. Wenn sie ihm nicht behagt, kennt er kein Pardon. Er hat die Kellerei so ausgerüstet, dass er bis zu acht verschiedene Selektionen an einem Tag ausführen kann. In seinem Kellerreich ist es so blitzsauber, dass es ins Auge sticht. Dabei wurden die pneumatischen Pressen schon 1995 angeschafft. Dazu betont er, dass er einen ausgezeichneten Mitarbeiter habe, der für die Reinigung des Materials sorge: ein Grundvoraussetzung, um makellose Weine zu erzeugen. „Der Riesling Steinweg ist ein sehr fruchtiger Wein, der früh im Jahr fertig wird“, erläutert Pierre Sibille. „Bereits im Februar und März nach der Lese drücken sich diese Weine aus und sind sehr angenehm.“




















