Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Bodenständiger Genuss
„Hier in Dernacueillette haben wir Schiefer-, aber dort drüben in Montgaillard rote, mediterrane und tonkalkige Böden. Mit der Syrah haben wir Versuche gemacht. In Montgaillard wird sie pfefferig und sehr würzig, in Dernacueillette entwickelt sie Aromen von kleinen reifen roten Beeren. Der Unterschied war eindeutig, aber wir finden, dass es einen reicheren und komplexeren Wein ergibt, wenn man die beiden assembliert. Und das tun wir.“ Dass es sich dabei nicht um einen leeren Spruch handelt, beweist Michel Larregola, der Präsident der Cave. Die Weinberge der drei Dörfer liegen in einem der einsamsten und abgelegensten Teile der Corbières. Hier haben sechs junge Weinbauern das Erbe ihrer Väter und Großväter angetreten. Zum einen pflegen sie die bis zu 100 Jahre alten Carignan- und die vor 30 Jahren gepflanzten Grenache-Stöcke, zum anderen haben sie viele aufgegebene oder vernachlässigte Parzellen neu mit Syrah und Landweinsorten bestockt und damit dem Weinbau ihres Gebiets eine neue Zukunft gegeben. „Hier sieht man, dass der Weinbau sich auf Inseln bezieht, die rundherum von Bergwald umgeben sind“, erkärt mir Präsident Michel. Tatsächlich Schwindel erregend.
Die Trauben werden spät gelesen, oft erst gegen Ende Oktober, aber eine sehr schöne Nachsaison sorgt für gute Reife. In rechteckigen Kästen, die 400 Kilo aufnehmen, werden die Trauben zu Tal gefahren. Dort schüttet man sie direkt in Betontanks, die zuvor mit Kohlensäuregas saturiert wurden, damit sie in ganzen Beeren vergären, eine Technik, die man in den Corbières meisterhaft beherrscht. Nach dem anschließenden Ausbau im Tank wird die Cuvée für Jacques’ aus Syrah, Grenache und alter Carignan komponiert. Melinda und ihre Kollegen bescheren ihrem Rotwein jene Vielschichtigkeit, die die Corbières berühmt gemacht hat. Das Resultat ist ein bodenständiger Roter, der beim Grillfest eine ebenso gute Figur macht wie bei einer rustikalen Brotzeit.





















