Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Sein Terroir ist das Meer
Für Weinfreunde ist Terroir ein Kernbegriff. Meint er doch die Gesamtheit natürlicher Bedingungen, die den Charakter eines Weines prägen. Selten geschieht dies so augenfällig wie beim Picpoul de Pinet.
Das Terroir
Im Hinterland des Etang de Thau, des langgestreckten Lagunensees hinter dem Küstenstreifen von Agde nach Sète, hat die alte Rebsorte Picpoul gefunden, was ihr entspricht. Auf den Costières, den immens breiten natürlichen Terrassen mit kiesigen, von kleinen Kalksteinen durchsetzten Böden, auf die die mediterrane Sonne niederbrennt, reift die spät austreibende Sorte bestens. Vom direkt benachbarten Mittelmeer ziehen im Sommer Dunstschwaden über die Rebfelder und bringen diesen die nötige Feuchtigkeit. Dann färben sich die Beeren der kompakten Trauben allmählich golden.
Pampelmuse und weißen Pfirsich
Das Kellerteam der Cave Les Costières de Pomérols, versteht es, zu warten. Und mit ihm die rund 300 Mitglieder der Genossenschaft. Längst ist ein Kalender aufgestellt, nach dem die Lese ablaufen wird. Nur der Starttermin steht noch nicht fest. Regelmäßig werden Proben analysiert. 12 Prozent potenziellen Alkoholgrad müssen die Trauben besitzen, damit Fruchtaromen wie Pampelmuse und weißen Pfirsich, die die Sorte Picpoul auszeichnen, im Wein zu finden sind.
Frische Frucht und angenehme Säure
Dann fällt der Startschuss. Nun rattern die Lesemaschinen durch die Weinterrassen, ab 4 Uhr morgens bis höchstens 10 Uhr. Noch nachtkühl gelangen die Trauben zur Kellerei. Dort steht modernste Technik bereit. Fünf bis sechs Stunden mazerieren Most und Schalen auf kalter Temperatur beim so genannten Skin Contact, auf Französisch Macération pelliculaire, um ein Optimum an Aromen zu lösen. Nach Abtropfen und pneumatischer Pressung erfolgt der Hefezusatz. Drei Wochen lang dauert die ausgesprochen behutsame alkoholische Gärung zwischen 11 und 16 °C. So bewahrt der Picpoul seine frische Frucht und angenehme Säure.
Am besten mundet er natürlich zu den Austern und Miesmuscheln, die im Etang de Thau gezüchtet werden. Nicht weniger gut begleitet er Rotbarben, Doraden und Wolfsbarsch, die man vor der Küste fischt. Kenner aber schlürfen ihn bereits zum Apéritif, mit oder ohne Austern.




















