Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Kraftvoll und edel
Gérard Bertrand, der umtriebige Starwinzer aus dem Languedoc, hört das Gras wachsen. Er war zur Stelle, als 1997 ein hoch angesehenes Familiengut im Minervois verkauft werden sollte. Was Gérards Interesse besonders erregte, waren die Lagen des Château Laville Bertrou. Sie erstrecken sich auf den natürlichen Terrassen in den Hügeln oberhalb des Dorfes La Livinière, dem Herzen des ersten anerkannten Cru des Anbaugebiets Minervois, und besaßen einen großen Bestand an alten Reben. Denn für ihn stand fest: „Ein großer Wein wird im Weinberg angelegt.“
„Auf einer Höhe um 150 Meter über dem Mittelmeer setzt sich unser Weingut aus zahlreichen Parzellen von Syrah, Grenache noir, Mourvèdre und alten Carignan-noir-Rebstöcken zusammen“, erläutert er. „Die Weinberge verteilen sich dabei auf die beiden unterschiedlichen Terroirs der Appellation Minervois La Livinière.“ Da sind zum einen die höheren Lagen gen Norden, die sich auf „Le Petite Causse“, Vorbergen der Montagne Noire erstrecken. An der Oberfläche bestehen sie aus einer Mischung von abgetragenem Mergel mit kalkreichem Sandstein oder kompaktem Kalkgestein, die auf das Tertiär zurückgeht. Zum anderen gibt es die breiten Terrassen, auf denen der heute so harmlose Fluss Ognon große, rund geschliffene Steine aus Gneis, Sandstein und Schiefer ablagerte, als zu Beginn des Quartärs die Eiszeitgletscher des Massif Central und der Montagne Noire schmolzen und ihn in einen reißenden Strom verwandelten. So unterschiedlich diese beiden Terroirs auch sein mögen, sie ergeben kraftvolle, typisch mediterrane Weine.
Vor allem hatte sich bereits herausgestellt, dass die Syrah in La Livinière einen eigenen, faszinierend südlichen Charakter entwickelt, weshalb Gérard ihr in der Cuvée des Château Laville Bertrou die Hauptrolle zukommen lässt. Er vereint sie mit Grenache noir, Carignan-Trauben von alten Rebstöcken und etwas Mourvèdre, die ihre feinen Tannine beisteuert. Über zwölf Monate wird der Wein in Barriques ausgebaut, kommt aber – der strikteren Bestimmung des Cru folgend – frühestens nach fünfzehn Monaten in den Handel, wenn er bereits zu Harmonie und Samtigkeit gefunden hat.




















