Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Pyrenäenwunder
Nicht jede autochthone Sorte liefert überzeugende Weine, eher ist das Gegenteil der Fall. Aber es gibt einige Anbaugebiete in Europa, deren herausragende Qualität auf einer solchen Rebsortenspezialität basiert. Jurançon zählt unbedingt dazu.
Seine Weißweine basieren auf der Sorte Manseng, die in zwei Spielarten daherkommt, der Petit und der Gros Manseng. Dabei dient die erste vorrangig für Spät- und Trockenbeerenauslesen, die zweite mit den nur unwesentlich größeren Beeren vorwiegend für trockene, aber auch für fruchtig-liebliche Weine oder spielt als Partner in hochwertigen Cuvées eine Rolle.
Die Manseng hat ihre Heimat zu Füßen der hohen Pyrenäen bei der reizvollen Stadt Pau. Sie blüht spät und reift spät, womit sie sich ausgezeichnet ans Klima angepasst hat, in dem Frühjahrsfröste gang und gäbe sind. Deshalb zieht man die Reben an bis zu zwei Meter hohen Spalieren, die einen gewissen Frostschutz darstellen, aber zugleich eine gute Belüftung der Trauben garantieren und damit der Anfälligkeit gegen Mehltau entgegenwirken.
Damit der trockene „Grain Sauvage“ seine explosive Intensität erhält, muss die Gros Manseng zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt gelesen werden, nämlich vergleichsweise früh, auf dem Höhepunkt der aromatischen Reife. Bei diesem ersten Tri, der ersten Auslese im Weinberg, wird nur ein Teil der Trauben gepflückt und in den traditionellen Bütten zur Cave gebracht. Dort werden sie verlesen, gemahlen und in Abtropftanks gegeben, aus denen man den Most ohne Pressen auffängt, ein bewährtes Verfahren. Dann vergärt ihn Kellermeister Hervé Lapebie zwischen 18 und 20 °C – bei einer bewusst nicht zu kalten Temperatur, um ein Maximum an Aromen und Typizität zu erhalten. Immer verleiht eine fruchtige Säure dem Wein köstliche Frische und Lebendigkeit und unterstreicht die charakteristische Note von Passionsfrucht.






















