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Nicht nur Bio: Wein aus naturnahem Anbau
Das Interesse an naturnah angebauten Weinen nimmt zu. Durch die Auswahl seiner Lieferanten fördert Jacques’ entsprechende Anbaumethoden. Im Vordergrund stehen dabei nicht formelle Bio-Zertifikate, sondern der schonende Umgang mit der Natur, das Ideal der Nachhaltigkeit und die bestmögliche Weinqualität.
Organischer Weinbau bei Luis Felipe Edwards

Önologe Marcelo Retamal, Viña De Martino
Biologischer Weinbau:
Vorfahrt für den Naturschutz Unter den unterschiedlichen Ansätzen, Weinberge auf naturnahe Weise zu bewirtschaften, formuliert der Bio-Anbau, der auch als „ökologischer“ und „organischer“ Anbau bezeichnet wird, die strengsten Richtlinien. Sie sind festgelegt in der EU-Öko-Verordnung von 1991 und fußen auf der Überzeugung, dass die natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft sowie die Flora und Fauna schonend behandelt werden sollen. Folgende Maßnahmen stehen im Mittelpunkt: Um das Bodenleben zu aktivieren, untersucht der Winzer den Untergrund hinsichtlich des Nährstoffgehalts sowie tierischer und pflanzlicher Lebewesen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag für die Auflockerung und Durchlüftung des Bodens. Indem er die Rebzeilen begrünt, fördert der Weinbauer Nützlinge und stellt darüber hinaus zusätzliche Nährstoffe zur Verfügung. Die Notwendigkeit zu düngen sinkt dann. Ein gesundes Bodenleben trägt auch zu höherer Krankheits- resistenz der Reben bei, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert. Chemische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) sind tabu. Der Winzer beugt Schädlingen vor, indem er z.B. ihre natürlichen Feinde fördert. Pilzkrankheiten verhindert er durch Ausdünnen des Laubs. Unkräuter werden mechanisch beseitigt. Der Pflanzenschutz geschieht mit Mitteln auf Kupfer- und Schwefelbasis.Kontrolle und Zertifikate
Der Bio-Anbau unterliegt Kontrollen. Bevor ein Betrieb die Zertifizierung für seine Weinberge erhält, durchlaufen diese einen mehrjährigen Umstellungsprozess. Spezielle Zertifizierungs- institute kontrollieren, ob die Vorschriften der EU-Öko-Verordnung eingehalten werden. Darüber hinaus gibt es Öko-Verbände wie „Ecovin“, „Bioland“ oder „demeter“, die nicht nur die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe vertreten, sondern diesen auch Umweltschutz-Auflagen machen, die u.U. über die EU-Öko-Verordnung hinausgehen."Bio-Wein"
Oft werden Weine aus biologisch angebauten Trauben „Bio-Weine“ bezeichnet. Dies ist irreführend, weil sich die biologischen Methoden auf die Arbeit im Rebberg beschränken. Zwar machen einige Bio-Verbände ihren Mitgliedsbetrieben Vorgaben für die Kellerarbeit. Allerdings gibt es bislang keine allgemein anerkannten Regeln. In der EU wird zur Zeit über eine Ausweitung der Öko-Verordnung auf die Weinbereitung diskutiert. Bis es allerdings soweit ist, ist es streng genommen verboten, einen Wein als „Bio-Wein“ zu bewerben.
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